russisch lernen

Modernisierung auf Russisch ;)

Hier ein Vergleich wie Moskau vor der Moderniserung und nach der Verschäublerung aussieht.

Vor der Moderninsierung in Russland

Zum Beispiel die Etagenfrauen (дежурная – die Diensthabende). Auf jeder Etage des über 20-Etagen-Studentenwohnheimes gab es ein älteres Müttchern welches den ganzen Tag an einem Schreibtisch sass und dort Buch führte, was so passierte und wer wen besuchte.

Die restliche Zeit verbrachte sie mit Kreuzworträtseln (hab sie nie mit Sudokus erwischt ;), Bücher lesen, Radio hören und nachts schlief die Etagenfrau auf der Couch daneben.

Es war ein Teilzeitjob, 2-3 mal pro Woche. Ich bekam so verschiedene Gesichter zu sehen, wurde mal freundlich mal grimmig gegrüsst, konnte ein bisschen Russisch üben.

Am 1. Unitag versucht ich Ihr zu erklären dass ich den Verantwortlichen nicht finde und sie doch ein Telefon hätte … nach 5 Minuten ihre Antwort: „Na und?“ 😉

Okay, Job ist vielleicht zu viel gesagt, erinnert eher an Beschäftigung wie zu Zeiten des Kommunismus, als niemand arbeitslos war – zwar hatte nicht jeder Arbeit – aber dann eben eine Beschäftigung. (In diesem Fall – gab es nur ein klägliches Gehalt, aber wenigstens ein wenig.)

Was haben wir alle am Anfang geschmunzelt – aber zu früh gelacht – jetzt wurde hier modernisiert – wie gern hätte ich die alten „menschlicheren“ Zeiten zurück…

Modernisierung in Russland

Viele Reden hatte Präsident Medwedjew schon gehalten, wir müssen das Land modernisieren, voranbringen – und jetzt hat man im Studentenwohnheim begonnen.

In Russland zögert man meist ein wenig, welche Dinge wirklich geändert werden müssen, man schaut ein wenig wie es in anderen Ländern wie z.B. Frankreich oder Deutschland gemacht wird.

Wenn in Russland eine Entscheidung fällt wird Sie dagegen sehr schnell umgesetzt.

Eine Kamera kommt selten allein ;)

Eine Kamera kommt selten allein 😉 (Mit Lautsprecheranlage)

Und so hat man sich scheinbar bei Schäuble in Deutschland inspirieren lassen und innerhalb eines Samtages (!) in über 20 Etagen Kabel verlegt und jeweils 8 Videokameras mit Mikrofon installiert.

Gleich daneben gibt es eine Lautsprecheranlage für Durchsagen wie z.B.: „Finger weg von …!“

Sobald man aus dem Zimmer tritt muss man lächeln, jedenfalls bleibt kein Schritt unbeobachtet.

Okay ihr werde sagen man weiss ja nicht wer sich im Gebäude rumtreibt – niemand ohne Ausweis darf dieses Gebäude betreten – d.h. nur die Bewohner.

Allein der Anschaffungspreis der Kameras und die Installation dürfte soviel gekostet haben wie 10 Jahre Gehalt für die Etagenfrauen…

Aber von Schäuble lernen heisst sieg… obwohl, der Spruch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ wird ja eigentlich Lenin zugeschrieben, welcher oft sagte: „Доверяй, но проверяй“ (Vertraue, aber prüfe nach) – wahrscheinlich hat sich Schäuble eine Scheibe von Lenin abgeschnitten.

In Russland hat man sich dann gesagt was Schäuble kann, können wir besser und hat nicht nur mehr Kameras sondern eben auch die netten Mikrofone + Lautsprecher installiert 😉

Es lebe die Modernisierung! Viva! Viva!

P.S.: Vielleicht kann ich mir ja am Ende meines Russlandaufenthaltes die besten Momente auf DVD schenken lassen – Best of 2010 -.

P.P.S.: Jetzt versteh ich auch das „Moscow never sleeps“ – die Kameras laufen 24h pro Tag



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