russisch lernen

Ein paar russische Sprüche

In den letzen Tagen hab ich wieder ein paar nette Vokabeln auf Russisch aufschnappen können, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Wenn in Russland jemand nach einer grossen Feier am nächsten Morgen einen Kater/ Kopfschmerzen hat, kann man folgenden Ausspruch hören:

Мама роди меня обратно!
[mama radi menja abratna]

Wort wörtlich übersetzt heisst es „Mamma, gebäre mich zurück“. Gemeint ist damit der Wunsch des Erzählers, seine Geburt wieder rückgängig zu machen, um die gerade vorhandene missliche Lage (Kater, Kopfschmerzen, Übelkeit) nicht ertragen zu müssen.

Первый блин комом
[perwyj blin komam]

Heisst auf Deutsch – Aller Anfang ist schwer – wobei im Russischen vom ersten „Blin“ die Rede ist, d.h. dem leckeren russischen Pfannkuchen (in Berlin wohlgemerkt: Eierkuchen 😉 ) mit dem man beginnen „muss“. Für eine genauere Erklärung bitte den Kommentar von Arthur durchlesen!

Hier geht es zur Übersicht der russischen Sprüche.



Kommentare
3. März 2010

„Первый блин комом.“ Wörtlich: Die erste Plinse wie ein Klumpen verkohlt. Das dem entsprechende Sprichwort „Aller Anfang ist schwer“. So weit so klar. Wenn der Anfang misslingt, seufzt man den Spruch und sagt es mit Verständnis. Und mit Hoffnung darauf, dass es später besser geht. Ursprünglich hatte dies russische Sprichwort eine ganz andere Bedeutung. Es gab einen heidnischen Glauben (siehe Masleniza), dass sich die Seelen der verstorbenen Verwandten mit Frühlingsanfang auf die Erde niederlassen, um ihren Nachkommen im Leben zu helfen. Darum wurde es zum Brauch, dass die erste Plinse (Blin) nicht gegessen wurde, sondern man legte sie (ihn, den Blin) auf das Fenster für die Vorfahren.

4. März 2010

Hallo Andreas, Danke für deinen sehr interessanten Kommentar. Mit der Hintergrundgeschichte ist der Spruch einfach viel interessanter.

Vielen Dank für deine Übersetzung, ich war bei комом nicht ganz sicher, ich hatte zwar Klumpen gefunden, aber wie man auf verkohlten Klumpen kommt, wusste ich nicht 😉

Das Wort „Plinse“ würde ich eher nicht verwenden – es steht zwar im im Wörterbuch für Blin, aber ich hab es in meinem ganzen Leben in Deutschland weder gehört noch gelesen, geschweige denn verwendet.

Blin(i) klingt auch viel schöner und man weiss was sich leckeres dahinter verbirgt 😉

5. März 2010

Plinse: Es war in Ostpreußen ebenso gebräuchlich, wie östlich und südlich davon das Wort Blin. Die Rezepte waren ähnlich. Und im Vergleich zu den Berliner Pfannkuchen verwendet man bei Plinsen/Blins Hefe. Ein einfaches Rezept – eigentlich nicht der Rede wert.
Und: Vielleicht ist der Spruch – um auf das Thema zurückzukommen – auch eine witzige Verballhornung der Sprache, insbesondere des Wortes „Kum“ bzw. „Kuma“ – angewandt im Sinne von Wegbegleiter, Pate oder Ahn. Was bis heute erhalten blieb, ist nämlich der heidnische Glaube, man müsse seinen Vorfahren zu bestimmten Anlässen (9 Tage, 40 Tage, 1 Jahr, Ostern, Masleniza) Nahrung (Plinsen, neuerdings auch Wodka und Zigaretten) bereitstellen. Kann man hin und wieder auf russischen Friedhöfen beobachten.

5. März 2010

Danke für die Info, darüber wusste ich bisher gar nichts. Was man alles lernen kann wenn man die russische Sprache lernt, fantastisch 😉 Vielen Dank.

5. März 2010

TIPP: An Ostern zeitig in eine orthodoxe Kirche gehen und anschließend in geselliger Runde mit Russländern zusammensitzen liefert Material für ein vollständiges Russisch(lehr|lern)buch!

5. März 2010

Tipp hab ich mir (nochmal auf Papier) aufgeschrieben, ist ja noch ein Monat Zeit 😉

kristina
15. September 2010

je russen sind die besten 😉

Arthur
2. Oktober 2010

Hallo!
ich möchte bisschen erklären ganz kurz, was diese Ausspruch bedeutet 🙂 ihr habt fast richtig gesagt, aber bisscen nicht genau. Dieses Spruch bedeutet, dass egal, was du macht, erste Ergebniss wird immer nicht schön. Schlösser oder Schweißer, zu Hause, auf der Arbeit oder im Garten… das is egal. Einfach am Anfang wirst du fast immer falsch machen – Form, Grösse, Aussicht…
Ich bin selbst der Russe 🙂

Arthur
2. Oktober 2010

Und noch was:
[perwyj blin komam].. so ist besser

3. Oktober 2010

Hallo Arthur,
Vielen Dank für deinen Kommentar und deine Korrektionen!