russisch lernen

Bismarck's Russland Anekdote – Warum in Russland die Uhren anders ticken.

Vor kurzem bin ich auf eine sehr nette Russland Anekdote gestossen die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Der in Deutschland vor allem für seine Arbeit als Reichskanzler bekannte Otto von Bismarck (1815-1898) arbeitete auch eine Zeitlang als Gesandter in Sankt Petersburg.

Bei einem Spaziergang durch Sankt Petersburg

Eines Tages spazierte er durch einen der vielen Parks in St.Petersburg und traf dort auf den ebenfalls spazierenden Zar Alexander den Zweiten (1818-1881). Während sie durch den Park liefen und sich unterhielten, bemerkte Bismarck im Park eine Wache, aufgestellt an einer Stelle an der es nichts besonderes zu sehen gab.

Er fragte den Zar, warum dort eine Wache steht, doch dieser konnte ihm keine Anwort darauf geben.

Einige Zeit später trafen sie sich wieder bei einem Spaziergang durch St.Petersburg und der Zar begann zu erzählen. Er hätte sich zuerst mit dem Soldaten, dann mit dessen Vorgesetzten, dann mit dem Kompaniechef, dann mit dem Regimentchef u.s.w. unterhalten doch niemand konnte sagen, warum dort im Park eine Wache steht. Keiner wusste wer dazu den Befehl erteilt hatte.

Erst nach einer langen Recherche konnte der Zar die Lösung herausfinden.

Vor 100 Jahren hatte an dieser Stelle die Zarin Katharina die Grosse (1729-1796) bei einem Spaziergang an dieser Stelle die erste Frühlingsblume entdeckt und eine Wache dorthin beordert um die Blume zu beschützen. Der Befehl wurde ständig weitergegeben, so dass dort Tagein Tagaus, Monat für Monat, Jahr für Jahr eine Wache an dieser Stelle stand.

In Russland ticken die Uhren anders

Bismarck meinte daraufhin, dass 100 Jahre aber eine sehr lange Zeit seien.

Der Zar antwortet: „Sicher, für Preußen schon, aber doch nicht für Russland .

Quelle/Buchtipp: „Anekdoten von Bismarck“, Eulenspiegel Verlag, 9,90 Euro



Kommentare
Jenny
14. April 2010

Lustige Geschichte! hi hi 😉

14. April 2010

…und da Zeit gleich Raum ist und in Russland beides unendlich, ein Zitat aus Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“:

Alexander v. Humboldt während seiner Russlandreise.
„Lauernd fragte Ehrenberg, ob noch eine Decke gefällig sei.
Er habe noch nie zwei Decken gebraucht, sagte Humboldt. Doch Ehrenberg hielt ihm ungerührt die Decke hin, und dann siegte die Schwäche über den Ärger, und er griff zu, wickelte sich fest in die weiche Baumwolle und fragte, vielleicht bloß, um sich gegen den Schlaf zu stemmen, wie weit es noch bis Tobolsk sei.
Sehr weit, sagte Rose.
Und auch nicht, sagte Ehrenberg. Das Land sein so unsinnig groß, daß Entfernungen keine Bedeutung hätten. Distanzen lösten sich in abstrakte Mathematik auf.
Etwas an dieser Antwort kam Humboldt impertinent vor, doch er war zu müde, um darüber nachzudenken.“

🙂
Beste Grüße aus der Ferne nach Moskau!

15. April 2010

Danke euch beiden für eure Zeilen und hoffe das es euch dreien gut in Irkutsk geht – das mit dem Vorbeikommen werden wir schon noch schaffen – dauert ja nicht mehr lange bis zum nächsten Winter in Sibirien (fängt ja bei euch eher an ;))